Bund stellt fünf Millionen Euro zur Verfügung
Dresden - Der Bund stellt nach Angaben des deutschen
Kulturstaatsministers Julian Nida-Rümelin fünf Millionen Euro
Soforthilfe für die durch Hochwasser geschädigten Kultureinrichtungen
in Deutschland zur Verfügung. Mit der Soforthilfe aus seinem Etat und
der Kulturstiftung des Bundes sollten erste Rettungsarbeiten unter
anderem an der Dresdner Semperoper finanziert werden, kündigte
Nida-Rümelin am Dienstag in Dresden an. Mittelfristig werde der Bund
darüber hinaus betroffene Kultureinrichtungen mit 100 Millionen Euro
unterstützen.
Dieses Geld werde zum Großteil allerdings erst Anfang 2003 zur
Verfügung stehen. Nida-Rümelin hatte sich am Vormittag in dem zum
UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Wörlitzer Park (Sachsen-Anhalt) sowie
in Dresden (Sachsen) einen Überblick über das Ausmaß der Schäden
verschafft. Die Zerstörungen seien erschreckend, sagte er. Länder und
Kommunen könnten den Wiederaufbau nicht allein schaffen. "In Zeiten
großer emotionaler Erschütterung spielt die Kultur eine wichtige
Rolle." Die Mehrzahl der Mittel wird nach seinen Angaben nach Sachsen
und dort wiederum nach Dresden gehen, weil dort die Schäden am
größten seien. Hilfen werde es je nach Bedarf aber auch für
flutgeschädigte Einrichtungen in den anderen deutschen Bundesländern
geben. Eine genaue Aufschlüsselung sei derzeit aber noch nicht
möglich.
Sachsens Kunstminister Matthias Rößler (CDU) sagte, es werde mit
Hochdruck an der Beseitigung der Schäden gearbeitet. Ziel sei es,
bereits am Jahresende in Dresden wieder Normalität zu haben. Das
extreme Hochwasser der Elbe hatte unter anderem zu erheblichen
Schäden an zahlreichen Barockbauten in der historischen Dresdner
Altstadt geführt. In der Folge mussten unter anderem die Semperoper,
die Gemäldegalerie "Alte Meister" im Zwinger sowie das Schloss
Pillnitz bis auf weiteres geschlossen werden. Die beweglichen
Kunstschätze waren aber noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht
worden.
(APA)