"Trendwende gelungen"

1. September 2002, 13:33
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Telekom Austria übertrifft sich selbst im Halbjahr - Personalabbau geht weiter - mit Grafik

Wien - Die Telekom-Austria-Gruppe (TA) überraschte am Dienstag mit deutlich besseren Zahlen als prognostiziert. Insbesondere im Kerngeschäft (Telekom AG) verdiente man deutlich besser, das Nettoergebnis drehte von minus 35,5 auf 54,4 Mio. EURO ins Plus. TA-Chef Heinz Sundt führte dies bei Vorlage der Halbjahresbilanz auf Kostensenkung, sparsame Investitionen, Stopp der Marktanteilsverluste und das dynamische Handygeschäft zurück.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 12,5 Prozent auf 794,5 Mio. EURO, der Umsatz stieg um 0,2 Prozent auf 1,89 Mrd. EURO. Die Nettoverschuldung sei stabil - trotz Rückkaufs des Viertelanteils der Telecom Italia (TI) an der Mobilkom -, diese stieg auf 3,43 Mrd. EURO, lag damit nur um 151,5 Mio. EURO über jener vom Ultimo 2001. Ohne den Rückkauf wäre die Verschuldung auf 2,74 Mrd. EURO gesunken, betonte Financhef Stefano Colombo.

Ausblick positiv

Praktisch unverändert der Ausblick: Man gehe im Gesamtjahr von einem leichten Anstieg des Betriebsergebnisses (Ebitda) auf 1,5 Mrd. EURO (exkl. Restrukturierungskosten) und der Verbesserung des Nettoergebnisses aus, sagte Sundt. "Uns ist eine deutliche Trendwende gelungen, nun muss ein weiterer Marktanteilsgewinn gelingen." Zu erwarten sei, dass der Konzentrationsprozess am Markt einen weiteren Beitrag dazu leisten werden. Analysten gehen im Gesamtjahr von einem Nettogewinn aus.

Die "wenigste Freude" bereitet Sundt das Internet, das - wie bei der Konkurrenz - hinter den Erwartungen zurückblieb. Nun müsse man die Kosten anpassen. Der Umsatz stieg um 43,6 Prozent auf 53,3 Mio. EURO, das operative Ergebnis (Ebit) um 54,2 Prozent auf minus 8,7 Mio. EURO. Im Festnetz sei "die Trendwende geschafft". Unterm Strich bleibt im Halbjahr ein 9,2 Prozent auf 1,007 Mrd. EURO verringerter Umsatz, aber ein um 159,3 Prozent auf 23,6 Mio. EURO gestiegenes operatives Ergebnis (Ebit).

Mit einem "durchaus attraktiven Beitrag" rechnet Sundt einmal mehr von der Mobilkom, die im Halbjahr zehn Prozent mehr Umsatz (auf 906,9 Mio. EURO) einfuhr und das Ebit um 31,2 Prozent auf 218,2 Mio. EURO steigerte. Weiter geht der Personalabbau: Seit Beginn der Restrukturierung wurde der Beschäftigtenstand um rund 5500 auf 15.762 im Juni 2002 gesenkt. Bis Jahresende folgen weitere 600. (ung/DER STANDARD, Printausgabe, 28.8.2002)

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