"Schwammerl"-Saison an der Uni Graz

13. September 2002, 14:56
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Graz - Dass die Schwammerl in den steirischen Wäldern derzeit geradezu aus dem Boden schießen, passt zeitlich bestens ins Programm - jenes der internationalen Pilzexperten, die Anfang September die steirische Landeshauptstadt für ein paar Tage zu einem Zentrum Mykologie (Pilzkunde) macht: Vom 9. bis 14. September werden rund 70 Großpilz-Experten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz sowie aus weiteren Nachbarländern wie z. B. Slowenien, Ungarn und Tschechien in Graz erwartet. Am Programm stehen neben Fragen der Biodiversität (Artenvielfalt) auch medizinische Aspekte und solche des so genannten Pilztourismus.

Die Konferenz wird vom Institut für Botanik der Universität Graz, dem Arbeitskreis "Heimische Pilze" sowie von der Österreichischen Mykologischen Gesellschaft am Institut für Botanik der Universität Wien veranstaltet. "Die Tagung soll sowohl Wissenschafter aus verschiedenen Institutionen als auch Pilzberater und andere Pilzkenner zusammenbringen", unterstreicht Tagungs-Koordinator Christian Scheuer vom Institut für Botanik an der Uni Graz die Verbindung zwischen Berufsmykologen und "Amateuren".

Neben den Vorträgen, in denen brisante Themen wie Pilzschutz und Pilztourismus aber auch Atemwegserkrankungen, die durch Großpilzsporen hervorgerufen werden, am Programm stehen, ist auch ein umfangreiches Exkursionsprogramm ins west- und oststeirische Hügelland, in die Auwälder der Flussniederungen entlang der Mur und ins steirische Randgebirge geplant.

"Wir erwarten uns durch die Zahl der beteiligten Pilzkenner einen enormen Schub an landeskundlichen Informationen zur pilzlichen Biodiversität", begründet Scheuer die zahlreichen Exkursionen. Denn ansässige Experten geraten bei Erkundungen ins Umland in dies genannten Gebieten oft ins Staunen: "Man findet in der Steiermark immer wieder Arten, die hier bisher noch nie nachgewiesen wurden", so der Wissenschaftler. Kein Wunder: Wird doch allein die Zahl der in Österreich heimischen Großpilz-Arten auf etwa 5.000 geschätzt. (APA)

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