Laser-Verfahren macht Netzhautschäden im Auge sichtbar

16. September 2002, 09:26
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Darstellung alters- oder krankheitsbedingter Veränderungen in der Makula

Heidelberg - Mit einem neuen Laser-Erkennungsverfahren wollen Augenmediziner die Diagnose einer weit verbreiteten Netzhauterkrankung verbessern. Forscher unter der Leitung der Universitäts-Augenklinik Heidelberg haben ein Verfahren entwickelt, das Schäden und ihre Vorstufen an der Makula, einem gelben Fleck am Augenhintergrund unmittelbar sichtbar macht. In der Makula befinden sich Millionen von zapfenförmigen Sehzellen, die farbliches Sehen ermöglichen. Die übrige Netzhaut, die das Augeninnere wie ein Fotofilm umspannt, enthält hauptsächlich nur stäbchenförmige Sinneszellen, die verschwommene Schwarz-Weiß-Bilder liefern.

Mit der so genannten "konfokalen Scanning-Laser-Ophthalmoskopie" können nach Angaben der Klinik alters- oder krankheitsbedingte Veränderungen in der Makula dargestellt werden. Eine Schlüsselrolle für die Verschlechterung des Makulazustandes spielt eine Zellschicht zwischen den Sehzellen und der darunter liegenden Aderhaut - das retinale Pigmentepithel (RPE). Diese einlagige Zellschicht versorgt die empfindlichen Sinneszellen mit Sauerstoff und Nährstoffen und räumt ständig verbrauchte, lichtempfindliche Scheibchen der Sinneszellen aus dem Wege.

"Müllsäcke" in den Zellen

Altersbedingt erlahmen die Kräfte der Pigmentepithelzellen, die ihre vielfältigen Funktionen über eine ganze Lebensspanne hinweg ausüben müssen und sich normalerweise nicht mehr teilen, also "verjüngen" können. Diese Überforderung mit dem Alter zeigt sich in der Ansammlung von "Lipofuszingranula", einer Art Müllsäcke in den Zellen, und an seiner Außenfläche in Form großer Abfallberge, so genannter Drusen.

Erkrankungen der Makula bedrohen das Sehvermögen. Mit dem Alter nehmen sie drastisch zu, und jeder Vierte über 50 Jahren weist mehr oder weniger starke Veränderungen im gelben Sehfleck auf. In Deutschland leiden laut Nachrichtenagentur ddp bereits etwa zwei Mio. Menschen an der altersabhängigen Makuladegeneration, der häufigsten Ursache für eine Erblindung in allen Industrienationen. (pte)

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