Vor allem die Gotteshäuser im Kamptal sind betroffen
St. Pölten - Das Hochwasser hat zahlreiche Kirchen in Niederösterreich teilweise massiv verwüstet. Laut ersten Schätzungen des Diözesanbauamtes in St. Pölten liegt die Schadenssumme voraussichtlich im zweistelligen Millionenbereich. Genaue Zahlen werden jedoch erst in rund einem Monat vorliegen. Vor allem statische Probleme werden erst im Lauf der Zeit sichtbar.
Besonders stark betroffen waren die Pfarrkirchen im Kamptal. In Zöbing stand das Wasser im Inneren des Gotteshauses 1,85 hoch, in Plank am Kamp waren es sogar fast zwei Meter. Die Liste an in Mitleidenschaft gezogenen Objekten reicht von Bänken, Altaren über Sakristeischränke mit Messgewändern bis hin zu einer barocken Umfassungsmauer in Zöbing, die auf einer Länge von 400 Metern umgestürzt ist.
"Viele der betroffenen Kirchen und Pfarrhäuser wurden erst kürzlich renoviert. Bei den Kirchen selbst handelt es sich ausnahmslos um Objekte, die unter Denkmalschutz stehen", zeigt man sich im Diözesanbauamt betroffen.
In der Bürgerspitalskirche von Weitra blieb das Wasser zehn Zentimeter unterhalb der wertvollen Malerei stehen. Für Generalkonservatorin Eva-Maria Höhle nur Zufall: "Die Menschen haben früher mit den Hochwassern gelebt. Die besonderen Bauwerke wurden grundsätzlich nicht so nah ans Wasser gebaut wie heute." (APA / DER STANDARD, Printausgabe, 22.8.2002)