Die "Millionenshow" tut körperlich nicht weh

9. September 2002, 11:52
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Keinen großen Unterschied zwischen Skiabfahrt und Fernsehmoderation kann der künftige Moderator der "Millionenshow", Armin Assinger, erkennen. Die Tücken des Spiels erfuhr er dann aber doch im STANDARD-Gespräch - Zur Nachlese

Armin Assinger steckt in "intensiven Vorbereitungen". Der ehemalige Skirennfahrer, dem durch seine mit Robert Seeger in Doppelconférence angelegten Skiübertragungen ("Jetzt tiaf einedruck'n!") eine zweite Karriere geglückt ist, tritt am 9. September die Nachfolge von Barbara Stöckl als Moderator für vorerst 43 Folgen der "Millionenshow" an. Dieser Tage wird in Hermagor heftig gecoacht, gegenüber dem STANDARD zeigt sich der 38-jährige Kärntner in Spielerlaune.

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STANDARD: Was ist aufregender: Skirennen zu fahren oder die erste "Millionenshow" zu moderieren?
Armin Assinger: Von der nervlichen Belastung her wird es kein wesentlicher Unterschied sein. Die einzige Gewissheit, die ich bei der "Millionenshow" habe, ist, dass ich mir körperlich nicht weh tun kann.

STANDARD: Worin besteht der Unterschied zwischen Sport-und Showmoderation?
Assinger: Der ist nicht so groß, bei beiden ist Improvisation gefragt. Genauso wenig, wie ich voraussagen kann, wie der Hermann Maier wirklich ins Ziel kommt, weiß ich, wie der Kandidat, der mir gegenübersitzt, reagiert.

STANDARD: Quizshows leiden an Quotenschwund. Fürchten Sie nicht, dass Sie bei einem sinkenden Schiff angeheuert haben?
Assinger: Natürlich ist es ein sehr harter Kampf, aber gerade die Quizshow hat einen gewissen Reiz. Es gibt ein Stammpublikum, und die Besten werden sich halten.

STANDARD: Gibt es Vorbilder?
Assinger: Sogar viele. Mir gefällt die Art, wie zum Beispiel Peter Rapp, Ingrid Thurnher oder Wolfram Pirchner moderieren. Kai Pflaume ist Sonderklasse, super finde ich Harald Schmidt.

STANDARD: Was hat Robert Seeger gesagt?
Assinger: Er hat sich gefreut und mir gut zugeredet.

STANDARD: Bei welchen Wissensgebieten würden Sie sich als sattelfest bezeichnen?
Assinger: Sport und Geografie - das sind ohnehin die zwei wichtigsten Dinge im Leben, oder? In der Schule war ich gut in der amerikanischen Geschichte, weil die relativ kurz ist und daher leicht zu lernen war.

STANDARD: Probieren wir das doch einfach aus: Sie dürfen alles einsetzen, 50:50-Chance, Telefon- und Publikumsfrage.
Assinger: Einverstanden.

STANDARD: Erste Frage, es geht um 200 Euro: "Was hat nichts mit Rundfunk zu tun? a) Ultrakurzwelle, b) Langwelle, c) Mittelwelle, d) Dauerwelle."
Assinger: Es ist d) Dauerwelle.

STANDARD: Sind Sie sicher?
Assinger: Absolut. Die "Dw" gibt es beim Rundfunk nicht.

STANDARD: Sie bleiben also bei d. Und Antwort d ist richtig!
Assinger: Das waren jetzt 5000 Euro, oder? Danke.

STANDARD: Es waren 200, die 5000 kommen jetzt: "Als was ist ein in Frankreich ansässiger Zweig der alten Bankiersfamilie Rothschild weltberühmt? a) Rotweinerzeuger, b) Automobilhersteller, c) Königsmörder, d) Tunnelbauer."
Assinger: Ich würde sagen, Rothschild ist ein Rotweinerzeuger. Antwort a.

STANDARD: Sie trinken auch gerne Rotwein?
Assinger: Ja, aber eigentlich lieber die italienischen, Ich bleibe trotzdem bei a.

STANDARD: Antwort a ist richtig. Wir überspringen wieder einige Fragen und kommen zur 75.000-Euro-Frage: "Wie war der wirkliche Name des Entfesselungskünstlers Harry Houdini? a) Heinz Prüller, b) Christopher Ryan, c) Robert Seeger oder d) Erich Weiss."
Assinger: Ist das ernst gemeint? Heinz Prüller glaube ich nicht. Ich nehme den 50:50-Joker.

STANDARD: Damit würden Seeger und Weiss übrig bleiben.
Assinger: Dann tippe ich eher auf Erich Weiss.

STANDARD: Erich Weiss ist richtig. Wir spielen nun um eine Million Euro: "Wer bat um die Inschrift des spanischen Sprichworts ,Hässlich, stark und würdevoll' auf seinem Grab? a) John Wayne, b) Richard Nixon, c) Pablo Picasso oder d) Ernest Hemingway."
Assinger: In dem Moment würde ich sagen: Ich nehme das Geld. Geht das? Also, Picasso wäre zu einfach, Hemingway glaube ich nicht. John Wayne war nicht hässlich, aber er war stark. Nixon war schwach. Ich sage John Wayne.

STANDARD: Sie bleiben dabei?
Assinger: Ich bleibe dabei, John Wayne!

STANDARD: Gratuliere, John Wayne stimmt.
Assinger: Wirklich? Siehgst, so bled bin i goa nit!

(Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 10./11.8.2002)

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