Badeschlapfen kritisch betrachtet

3. September 2002, 16:26
2 Postings

Laut dem deutschen Magazin "Öko-Test" weist der Großteil der Kunststoffsandalen bedenkliche Schadstoffkonzentrationen auf

Wien/Frankfurt - Bade- und Saunaschlapfen sollen schützen, im Schwimmbad vor Fußpilz, am Strand vor spitzen Steinen und allzu heißem Sand. Doch nun werden Badesandalen selber zur Gefahr, wie das deutsche Verbraucherschutzmagazin "Öko-Test" mitteilt und gleichzeitig warnt: "Die meisten Gummilatschen stecken leider voller Schadstoffe". 30 Modelle wurden getestet, nur ein ein einziges Paar Badeschuhe schnitt mit "sehr gut" ab. Gleich 23 Produkte erhielten die Note "ungenügend".

Und das gerade heuer, wo die Kunststoffsandalen es dank Blümchendekor und Urlaubsmotiven sogar vom Schwimmbad auf die Straße geschafft haben und zu modischen Outfits getragen werden. Aber das finden die Tester "umso schlimmer", denn dadurch würden die mit Schadstoffen belasteten Schlapfen jetzt auch noch dauerhaft am Fuß getragen.

Besonders die wegen möglicher Gesundheitsgefahren umstrittenen Phthalate (Weichmacher) sind in vielen der untersuchten Produkte in größeren Mengen enthalten. "Phtalate sollen machen Kunststoffe geschmeidig machen, lösen sich aber unter dem Einfluss von Wasser oder Fußschweiß besonders schnell aus dem Kunststoff und können über die Haut aufgenommen werden", so "Öko-Test".

Ein weiterer Kritikpunkt waren zinnorganische Verbindungen, die in 25 Schuhen gefunden worden seien. In der Kunststoffproduktion werden diese gesundheitsschädlichen Stoffe als Stabilisatoren verwendet, sie verbessern die Hitze- und UV-Lichtbeständigkeit. Das hochgiftige Tributylzinn (TBT) hat eine antimikrobielle Wirkung, und soll Keime vernichten.

Nach der Untersuchung wurde nur die Nike Badeschuhe Getasandal mit "Sehr gut" bewertet. Andere Produkte im höheren Preissegment erhielten dagegen genau so ein "Ungenügend" wie Sandalen von Billigherstellern. Einige Hersteller haben bereits reagiert, so haben die Sportartikelhersteller Adidas und Puma gegenüber "Öko-Test" angekündigt, künftig auf unbedenklichere Materialien umstellen zu wollen. (APA/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.