Trinkgelder - Andere Länder, andere Sitten

26. Juli 2005, 12:38
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Einige Tipps zur Handhabung von Trinkgeldern in den beliebtesten Reiseländern

Berlin/Wien - Ziemlich unterschiedlich ist die Handhabung der Trinkgelder in den einzelnen Ländern. So ist der Obolus für die Servicekräfte in den USA mit mindestens 15 Prozent Zuschlag auf den ersten Blick zwar erschreckend hoch, er ist aber hier gleichzeitig Bestandteil des Lohnes. In Japan hingegen wird überhaupt kein Trinkgeld gegeben.

Im Folgenden Tipps zum üblichen Trinkgeld in Restaurants, Hotels oder Taxis in beliebten Reiseländern:

Italien

In Restaurants gibt der Gast höchstens zehn Prozent. In der Espressobar gibt es dafür eigene Tellerchen oder Sparschweine auf der Theke. Im Hotel sind fünf Euro pro Woche für das Zimmermädchen üblich. Im Taxi ist Trinkgeld hingegen kein Muss - der Fahrtbetrag kann aber geringfügig aufgerundet werden.

Spanien und Portugal

In der Gastronomie sind fünf bis zehn Prozent Trinkgeld üblich. Wenn der Kellner das Wechselgeld zurückbringt, lässt der Gast das Trinkgeld liegen. Im Taxi wird der zu zahlende Betrag auf die nächsten 50 Cent oder den vollen Euro aufgerundet. Als äußerst unhöflich gilt es, Kleinstbeträge wie Zwei- oder Fünf-Cent-Stücke liegen zu lassen.

Frankreich

Im Restaurant oder Cafe wird zehn bis 15 Prozent Trinkgeld gegeben. Bei Bedienungszuschlägen auf die reinen Speise- und Getränkepreise darf es auch weniger sein. Das Trinkgeld sollte man einfach auf den Tisch legen und gehen. Im Hotel ist der Obolus keine Pflicht - der Gast kann aber etwas auf dem Nachttisch hinterlassen. Der Taxifahrer erhält zehn Prozent.

Türkei

Zauberwort "Bakschisch" - In der Gastronomie sind zehn Prozent üblich. Nichts geben gilt als unhöflich. Im Hotel verhält es sich wie in Deutschland und Österreich. Im Taxi sollte der Gast den Betrag auf eine glatte Summe, aber höchstens zehn Prozent aufrunden.

Griechenland

Üblich sind im Restaurant rund zehn Prozent, in der Taverna wird jedoch nicht mehr als ein Euro gegeben. Dem Zimmermädchen sollte die finanzielle Aufmerksamkeit - rund zehn Prozent - am Abreisetag persönlich übergeben werden. Die Taxipreise sind meist ohnehin großzügig veranschlagt.

Nordafrika

In der Gastronomie und in Hotels sind zehn bis 15 Prozent üblich. In Ägypten beispielsweise wird im Taxi der Fahrtpreis bei 13 Pfund auf 15 Pfund (von 2,80 auf 3,23 Euro) aufgerundet. Bei Dienstleistungen wie Schuhe putzen wird der Preis vorher ausgehandelt.

Grobritannien und Irland

Zehn bis 15 Prozent in Restaurants, in Irland bis zehn Prozent. Ist auf der Rechnung eine "service charge" bereits angegeben, dann kann der Gast weniger geben. Im Pub an der Theke ist kein Obolus fällig. Für Kofferträger im Hotel sollte der Gast rund ein Pfund locker machen. Aufrunden im Taxi ist angebracht.

USA und Kanada

Trinkgeld ("tip") ist in Restaurants ein Muss: Auf den Nettobetrag der Rechnungssumme werden 15 bis 20 Prozent aufgeschlagen. Gleiches gilt für den Pizzaservice. Manchmal kommt der Obolus direkt mit auf die Rechnung. Der Kofferträger im Hotel erhält einen kanadischen Dollar (0,635 Euro) beziehungsweise ein bis zwei US-Dollar (1,01 bis 2,02 Euro) pro Gepäckstück, das Zimmermädchen ein bis zwei Dollar pro Nacht. Beim Friseur und im Taxi werden 15 Prozent gegeben.

Japan und China

In Japan wird kein Trinkgeld gegeben. Im Taxi kann aber auf kurzen Strecken etwas dazu gezahlt werden. Auch in China ist Trinkgeld generell unüblich. Ausnahme sind die Touristenzentren, wo rund zehn Prozent auf die Restaurantrechnung und zwei bis drei Yuan (0,241 Euro bis 0,362 Euro) für das Zimmermädchen aufgeschlagen werden. Reiseleiter erwarten einen Dollar.

Österreich

Zuletzt Tipps für jene, die im eigenen Lande urlauben. Im Restaurant sind bei uns fünf bis zehn Prozent Trinkgeld angebracht. Im Hotel erhält der Kofferträger in der Regel einen Euro pro Gepäckstück, das Zimmermädchen ein bis zwei Euro pro Tag. Das Geld wird vor der Abreise direkt ans Hotelpersonal übergeben. Friseure und Taxifahrer bekommen fünf bis zehn Prozent "Schmattes" - von sparsamen Rednern kurz "Schmatt" genannt. (APA/AFP)

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