Patrone mit Breitseite

27. Juli 2004, 16:17
posten

"Men in Black II" laboriert trotz charmanter Momente am "Morbus Sonnenfeld"

Von der Adams Family über Men in Black bis herauf zur (unterschätzten) Western-Operette Wild Wild West: Wenn man die Filmkomödien des ehemaligen Kameramanns Barry Sonnenfeld ballistischen Vergleichen unterzieht, dann sind sie gewissermaßen Patronen, die mit der Breitseite nach vorne durch die Gegend rasen - und dabei mitunter doch ganz bedenklich ins Trudeln geraten.

Auch Men in Black II laboriert trotz einiger witziger Momente und hochcharmanter Dialoge zwischen Will Smith und Tommy Lee Jones am "Morbus Sonnenfeld", sprich: In immer detailversesseneren Tableaus kommt so etwas wie Action oder Tempo ins Stocken. Konsequenterweise wurde das neue Außerirdischen-Kontrollkomando denn auch auf knapp über 80 Minuten Spielzeit reduziert - eine echte Rarität im gegenwärtigen Blockbuster-Geschäft.

Der schönste Moment darin: ein Mikrouniversum in einem Gepäcksafe. Der logischste: Michael Jackson als Außerirdischer. Ansonsten: Wir warten auf bessere Drehbücher für das Duo Smith/ Jones. (DER STANDARD, Printausgabe, 19.7.2002)

  • Artikelbild
    foto: universal
Share if you care.