Der Aussichts-Zinken über Seckau

    29. Juni 2002, 11:45
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    Ein Blick über die gesamte Obersteiermark belohnt für die anstrengende Tour

    Unter den Gipfeln der östlichen Niederen Tauern nimmt der Seckauer Zinken eine besondere Stellung ein. Vor allem bei den Skitourengehern steht er hoch im Kurs, denn seine berühmte Südrinne ist bis in den Frühsommer befahrbar, wenn rings herum kein Fleckerl Schnee mehr zu sehen ist. Als leuchtend weißen "Strich", der sich in der direkten Linie zu Tal zieht, kann man die Rinne von weither sehen.

    Der Seckauer Zinken hat aber auch dem Bergwanderer einiges zu bieten, wenngleich man vorausschicken muss, dass seine Besteigung eine lange und schweißtreibende Tour ist. Und da man diese Bergwanderung auch nicht abkürzen kann und auf der Strecke keine Schutzhütte liegt, ist es vorteilhaft, sehr früh aufzubrechen - um die morgendliche Kühle zu nutzen und auch der Gewittergefahr zu entgehen.

    Der Berg wird relativ häufig aufgesucht, denn die Aussicht von seinem Gipfel ist schlechthin einmalig. "Man überblickt die gesamte Obersteiermark", heißt es in einem Führer, und das kommt der Wirklichkeit sehr nahe, denn die Sicht reicht über das Murtal hinweg zu den Seetaler Alpen und zur Gleinalpe. Im Blickfeld liegen weiters die Eisenerzer Alpen und natürlich die vielen benachbarten Erhebungen der Niederen Tauern, die gar nicht so niedrig sind, wie ihr Name weiß machen will.

    Wenn man aus dem Waldgürtel am Fuße des Berges langsam die Baumgrenze erreicht, über Matten voller Blüten zur Höhe steigt und ein Gipfel nach dem anderen ins Blickfeld rückt, dann wird es nachvollziehbar, weshalb dieser Höhenzug trotz der relativ schwierigen Erreichbarkeit so viele Freunde hat.

    Für eine Tour auf den Seckauer Zinken braucht man natürlich gutes und beständiges Wetter, und die Ausrüstung des Wanderers muss dem alpinen Charakter der Tour Rechnung tragen.

    Die Route

    Von der Steinmühle am Ausgang des Zinkenbachtales bei Seckau steigt man auf der roten Markierung 902 in gleichmäßigem Gefälle an. Erst später wird der Weg steiler, man erreicht die Baumgrenze und schließlich die Goldlacke, einen der Ursprünge des Zinkenbaches. Gehzeit ab Steinmühle 3 Stunden. Nun hält man sich links und erreicht über einen steilen Abschnitt die Hochfläche und den Gipfel des Seckauer Zinken. Gehzeit ab Goldlacke 1 Stunden. Für den Abstieg wählt man die Anstiegsroute.

    Will man einen zweiten Gipfel, den Hammerkogel, mitnehmen, so umrundet man den Kessel der Goldlacke und steigt dann zur Anstiegsroute ab, auf der man zur Steinmühle zurückkehrt. Gehzeit ab Gipfel drei bis vier Stunden.

    Der weg- und markierungslose Abstieg neben der Südrinne - wie er mitunter empfohlen wird - ist hingegen weniger zu anzuraten, er verlangt absolute Trittsicherheit. Ab der Waldgrenze findet man eine Markierung vor. (Bernd Orfer/DER STANDARD, Printausgabe)

    Gesamtgehzeit 7 bis 8 Stunden, Höhendifferenz 1.450 m. Kein Stützpunkt auf der Strecke. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 131 (Kalwang).

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