Stolperschritte von Khol

29. Jänner 2004, 17:07
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Eine Zitrone für den ÖVP-Klubobmann, der offensichtlich moralische Unterschiede zwischen Mädchen- und Bubenprostitution macht

Es hat sich wieder einmal bewiesen. Die Internet-Community ist mitunter schneller als jede Online-Redaktion. Und so braucht es für eine Zitrone zu dem folgenden Thema eigentlich gar keine Ausformulierung von Gedanken mehr, da dies von unseren fixen und klugen UserInnen bereits bravourös vollbracht wurde beziehungsweise wird.

Für das allgemeine Verständnis: ÖVP-Klubobmann Khol hat sich mit einer bestimmten Formulierung vergangenen Dienstag Abend in der ORF-Sendung "Report" selbst ein Ei gelegt. Im Zuge der Diskussion um das neue Sexualstrafrecht, das mit Ende Juli den umstrittenen Paragraphen 209 ersetzen soll, ließ Khol sonderbare um nicht zu sagen unmögliche Beweggründe für ebendiese Verschärfung los.

Khol sagte: "Ich würde nicht einem Nationalrat angehören wollen, der die Not der Jugend übersieht. Wenn ich die Verantwortung haben müsste, dass das, was derzeit im Prater an jungen Mädchen geschieht, auch an Buben geschieht, würde ich mein Mandat zurück legen".

Dass es sich dabei nur um eine ungeschickte Formulierung handelt, wollen wir hoffen. Tatsächlich klingt dieser Ausspruch wie der katholische und in Österreich in moralischen Dingen immer noch konsensstiftende Segen zur Mädchenprostitution. Frau fragt sich nur, was an Mädchenprostitution weniger verhindernswert ist als an bezahlten sexuellen Handlungen mit Buben. Die für Khol vermutlich abstoßende Vorstellung von gleichgeschlechtlichen sexuellen Handlungen vielleicht?

Viele interessante Postings zur Causa "Bubenprostitution" gibt es hier. (red)

10.07.2002
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