Schweine als Lawinenopfer

Experiment zeigt Folgen

19. März 2010, 17:41

Innsbrucker Uni richtet Tierethikkommission ein - Wissenschaftsministerin sah "keine Alternative" zum Experiment

Innsbruck- Nach den heftigen Protesten rund um die Lawinen-Experimente mit Schweinen im Tiroler Ötztal soll an der Medizin-Uni Innsbruck eine eigene Tierethikkommission eingerichtet werden, die in Zukunft derartige Versuche prüfen wird. Dies kündigte Rektor, Univ.-Prof. Herbert Lochs an. Die umstrittene Versuchsreihe soll trotz rechtlicher Möglichkeiten nicht fortgesetzt werden.

Versuchsreihe wird nicht fortgeführt

Die beiden beteiligten Institutionen, das Institut für Alpine Notfallmedizin der "Eurac Bozen" und die Medizinische Universität Innsbruck, hätten beschlossen, die Versuchsreihe nicht fortzuführen, teilte Lochs mit. Für die Versuchsreihe sei ein rechtsgültiger Bescheid des Wissenschaftsministeriums vorhanden. Auch die Staatsanwaltschaft Innsbruck habe ihre Ermittlungen bekanntlich eingestellt. Die Proteste hätten allerdings gezeigt, dass Gefühle der Bevölkerung hinaus verletzt würden.

Die Kommission bestehe aus Naturwissenschaftern und einem Psychiater und wird von Tierarzt Hermann Dietrich geleitet. Als weiteres Mitglied der Kommission wurde Hartmann Hinterhuber von der Universitätsklinik für Allgemeine und Sozialpsychiatrie bestellt. Dadurch soll gewährleistet werden, dass bei der Behandlung eines Ansuchens sowohl die Würde der Tiere als auch psychologische und gesellschaftliche Aspekte wie die mögliche Verletzung von Gefühlen berücksichtigt würden. Noch bevor der Antrag an das zuständige Ministerium zur Genehmigung gehe, solle in Zukunft diese Kommission eingeschaltet werden.

Das Experiment, bei dem 29 betäubte Schweine im Schnee vergraben worden waren, um die Überlebenschancen von Lawinenopfern zu erforschen, hatte über die Grenzen Österreichs hinaus für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Nach Protesten wurde es am 15. Jänner vorzeitig abgebrochen. Für zehn Versuchsschweine war es allerdings zu spät. Sie überlebten das Experiment nicht. Die restlichen Tiere kamen in Obhut des "Tierschutzvereins für Tirol". Sie dürfen ihre "Gnadenpension" ohne Furcht vor dem Fleischer auf Bauernhöfen verbringen.

--> Vorgeschichte: "Keine Alternative"

1 | 2 weiter 
Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 91
1 2 3
woifee 0.0
01
21.3.2010, 22:21

jo ganz einfach wie mit den kondomen
(lt. wikipedia) Für z. B. Veganer sind tierversuchsfrei entwickelte Kondome erhältlich.

Nun sollen für tierschützer, vegetarier und veganer Rettungsaktionen gestartet werden, die nicht auf erkenntnisse dieser experimente basieren oder darauf zurückgreifen

Nick Tameer
01
21.3.2010, 11:15

Vielleicht könnte man Tierschutz und Forschung vereinbaren. Man lockt Wildschweine mit Futterstellen an lawinengefährdete Hänge und wenn dann welche verschüttet werden, dürfen die Forscher sie retten und nebenbei auch noch erforschen.

Birgit Fath-Jakusch
 
10
22.3.2010, 11:01
Das geht nicht,

denn sie wollen irgendwelche Stoffwechselvorgänge beim Sterben beobachten.
Ich frage mich nur, wozu das nötig sein soll? Etwa um beim Retten Zeit schinden zu können?

Gilgamesh
00
23.3.2010, 11:30

Um zu wissen, wie SIE sich unter einer Lawine verhalten, also ihr Körper.

Es dient dazu Menschenleben zu retten und sind keine kosmetischen Versuche...

War nun wirklich schwer zu verstehen... ;)

Ich bin klug
21
20.3.2010, 02:02
Schweineexperimente retten Menschenleben!

Jetzt kann man wissenschaftlich nachweisen, dass jemand unter einer Lawine durchschnittlich 4h, 19min und 16sec überlebt. Diese Erkenntnis ist für die Bergrettung sehr nützlich, weil die bisher immer nach einer Lawine 4h 24min und 27sec Kartenspielen und Biertrinken waren und erst dann (im Glauben noch jemanden zu retten) zu graben begonnen haben.

Hätte man das schon früher gewusst!

5 Minuten 11 Sekunden sind entscheidend!

Der Dachverband der Bestattungsunternehmen hat nun aber ein Gegengutachten in Auftrag gegeben, wonach das Kartenspielen sogar noch um 9 min 25sec verlängert werden könne.

phaidros
00
19.3.2010, 12:52

ich glaube kaum, dass es sich "bei dem Versuch um einen hochkomplexen, pathophysiologischen Regelprozess handelt".

die reaktion der tiere auf den versuch mag ein regelprozess sein, der versuch selber ist es jedoch sicher nicht.

Birgit Fath-Jakusch
 
00
22.3.2010, 11:41

Auch wenn die von Ihnen geschilderten Dinge nicht der artgerechten Tierhaltung entsprechen, rechtfertigen sie noch lange keine pietätlosen Tierversuche, die noch dazu niemandem nützen, da die verschütteten Wintersportler im Gegensatz zu den Schweinen im Experiment nicht betäubt sind und in Todesangst einen ungleich höhren Sauerstoffverbrauch haben als die Versuchstiere.
Sofern ein Schwein keinen Narkosezwischenfall erlitten hat und schon eher verstorben ist, nützt es den realen Lawinenopfern also herzlich wenig.

Birgit Fath-Jakusch
 
10
22.3.2010, 11:02
Was meinen Sie?

Mein anderer Nick ist beeindruckender
111
19.3.2010, 11:15
Ich fasse es kaum:

Das Schnitzerl der lebenslang gequälten Schweine essen, die zusammengepfercht im ungeheizten, halboffenen LKW oft tagelang in den Schlachthof geführt werden, wo sie mit Fußtritten in den Strombetäubungspferch getrieben werden. Manche sind danach nicht wirklich betäubt, werden mit den Hinterbeinen auf Förderbandhaken gespießt, um kurze Zeit später einen Stich in die Halsschlagader zu bekommen und auszubluten. Aber gegen wissenschaftliche Experimente mit Schweinen in Vollnarkose, die Menschenleben retten könnten, ins Feld ziehen. Mir geht bei der ganzen Diskussion der Sinn für die Verhältnismäßigkeit ab.

Chocoholic
09
19.3.2010, 10:34
????

Jeden Tag fressen die Menschen kiloweise Schweinefleisch um 2.99 pro Kilo, es ist ihnen wurscht, wie die Schweindln ihr Leben verbringen, bis sie im Schnitzl landen, aber hier regen sie sich auf, die armen armen Schweindln_ irre.

pereswon
00
19.3.2010, 10:31
150 Menschin jährlich in Europa und Nordamerika!

Na das nenn ich mal eine breitenwirksame Gefahr für die Menschheit.

quirax
10
19.3.2010, 09:53
irgendwie...

... plappert die Karl schnell alles nach was man ihr so sagt....

hirnstroem
13
19.3.2010, 10:35

Wodurch durch Lawinen verschüttete Lebewesen sterben und wie lange dies dauert, ist wohlbekannt (erfrieren, ersticken, ertrinken, erdrückt werden usw.). Ein Experiment mit betäubten Schweinen ist minder aufschlussreich, da ein entscheidender Faktor, der "Überlebenskampf", wegfällt. Die Erlangung neuen oder nützlichen "Wissens" ist folglich nicht gegeben, was meiner Ansicht nach, der eigentliche Stein des Anstosses darstellen sollte.

guillopflaume
00
19.3.2010, 20:58

zu den Experimenten mag man stehen, wie man will, aber das Argument, dass es keinen "Überlebenskampf" bei diesen Tieren gibt, ist einfach nicht richtig. Und dass sich dieser Kampf, wenn der Bewegungsfreiheit unter Schnee beraubt, bei Schweinen und bei Menschen gleich gestaltet, ziemlich naheliegend...

obstbau1
27
19.3.2010, 08:18
Was sind schon...

...ein paar hinige Facken gegen den Wert eines Menschenlebens, das irgendwo auf der Welt in den nächsten zehn Jahren mithilfe der Erkenntnisse aus diesem Experiment gerettet werden kann. Leitln, kemmts wieder oba auf'n Teppich!

pier paolo pasolini1
 
00
22.3.2010, 11:09

jetz sind ma diese schweinderl ja an sich egal, aber zu glauben durch diese Versuche, irgendein Menschenleben zu retten ist an den Haaren herbeigezogen.
Es geht hierbei bestenfalls darum Erkenntnis darüber zu gewinnen wie lang so a Schweinderl überlebt und daraus zu extrapolieren wie lang ein Menscherl überleben könnte.

Das ändert nix an der Tatsache wie die Rettungsprozesse ablaufen, welche Ausrüstung ein Tourengeher bei sich trägt usw.

Ich find nix moralisch verwerfliches an den Experimenten (im Vergleich zur Massentierhaltung), kann aber auch in den Experimenten nichts wissenschaftlich Sensationelles erkennen.

Müff
00
19.3.2010, 11:42
Hinige Facken

lool

*8[

la ardilla diablo
16
19.3.2010, 01:15

ich kann natürlich nicht zu 100% sagen, dass ich das Experiment verstanden habe, aber wenn ich das richtig interpretiere, dann finde ich solche Tests (wenn sie nur dann durchgeführt werden, wenn alles andere ausgeschöpft ist) okay.
Ich bin für Tierschutz, habe aber trotzdem kein Problem ein aus biologischer Landwirtschaft geholtes Schnitzel zu essen. Fleisch zu essen und dann bei so einem möglichst tierfreundlich durchgeführtem Experiment zu schreien, ist imho dann Selbstbetrug.

Bis zum Hirnstamm und nicht weiter
28
18.3.2010, 23:21

Ich bin kein Vegetarier und als Tourengeher bin ich potentielles Lawinenopfer. Ich habe immer noch nicht verstanden, warum dieser Versuch sein muss.

Chocoholic
12
19.3.2010, 10:39
Macht ja nix. Als Tourengeher sind Sie ohnehin daran gewoehnt,

dass die Rettungstrupps ohne Probleme ihr Leben riskieren, wenn Sie einmal Pech haben sollten (Nachlaessigkeit will ich Ihnen gar nicht einmal unterstellen). Und wenn es Dinge gibt, die wissenschaftlich ueberprueft werden koennen, um das Wesen besser zu verstehen, bekommen Sie ploetzlich ein schlechtes Gewissen um ein paar Schnitzel...

Ehrlich gestanden versteh ich nicht, wieso Menschen wie Sie als eifrige und stolze Tourengeher noch von Hilfsmannschaften gerettet werden ,wenn Sie schon bei dem Opfer von ein paar Schweinen solche Gewissensbisse bekommen.

Ueber Ihre wissenschaftlichen Qualifikationen fuer Ihr posting haben Sie ja nichts geschrieben. Dass Sie es nicht verstehen, koennte also auch an mangelnder Ausbildung liegen....

Bis zum Hirnstamm und nicht weiter
02
19.3.2010, 17:51

mein posting hat eine implizite frage enhalten, die auch sie leider nicht beantwortet haben.

warum ich den sinn des experimentes nicht verstehe: wenn mich eine lawine erwischt, dann muessen mich meine kollegen in wenigen minuten finden und ausgraben. zu wissen, warum und wie ich sterbe hilft mir dabei gar nichts. bessere suchgeraete und bessere suchmethoden und meine avalung helfen mir da schon eher.

Kamui Kobayashi
11
21.3.2010, 16:57

Vielleicht denken Ihre Kollegen nach 25 Minuten, dass es nix mehr bringt und brechen die Suche ab.

Andere Kollegen buddeln vielleicht stundenlang und werden dann selbst von der nächsten Lawine verschüttet.

Irgendein Anhaltspunkt dafür wie lange man in der Lawine überleben kann ist eventuell doch sinnvoll.

Birgit Fath-Jakusch
 
00
22.3.2010, 16:53
Ich möchte aber nicht,...

dass mein Sauerstoffbedarf in Todesangst mit dem eines narkotisierten (!) Schweines verglichen wird!
Ich weiß ja nicht, wie das bei Ihnen ist, aber ich pflege in Aufregung immer zu hyperventilieren und brauche unterm Schnee definitiv mehr Sauerstoff als ein narkotisiertes Schwein, das von all dem nichts mitkriegt! Wenn jetzt irgend jemand meine Überlebenszeit da an der dieser Narkoseschweine misst, dann sieht es nicht so gut aus für mich!

aeff
01
22.3.2010, 19:02

Als Folge der Experimente wird wohl in Zukunft folgender Satz in die Verhaltensregeln bei Lawinen aufgenommen.
"Sollten Sie von einer Lawine verschüttet werden, bleiben sie so ruhig und cool wie eine narkotisierte Sau.."

x x3
02
19.3.2010, 11:40
Da sie anscheinend nur zu jenen Themen,

bei denen sie auch über eine entsprechende wissenschaftliche Ausbildung verfügen, ihre Meinung abgegen, denke ich, dass sie im großen und gazen ein sehr schweigsamer Mensch sind.

Was mir nicht ganz klar ist. Verfügen sie nun über entsprechende wissenschaftliche Ausbildung, um die Sinnhaftigkeit dieser Versuche in ihrer ganzen Breite beurteilen zu können oder kommen sie eher aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich und können wissenschaftlich fundierte Aussagen treffen, wann wer wo welche Meinung kund tun darf?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 91
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.