US-Forscher: Eine Handelsgenehmigung, wie sie Tansania und Sambia fordern, wird den Populationen zusetzen
Washington - US-Forscher haben sich dagegen ausgesprochen, Tansania
und Sambia den Verkauf von Restbeständen ihres Elfenbeins zu gestatten. Die
beiden afrikanischen Länder beantragten dafür bei der
Artenschutzkonferenz in Doha Genehmigungen. Das Team um den Biologen Samuel Wasser von der Universität Washington ist überzeugt, dass die Handelsgenehmigung die Elefantenwilderei in allen
afrikanischen Ländern verstärken würde. Im Wissenschaftsjournal "Science"
forderten sie daher jetzt, das Gesuch abzulehnen.
Sambia und Tansania exportieren nach Erkenntnissen der US-Forscher am meisten
illegales Elfenbein nach Asien. 2002, 2006 und 2009 seien in asiatischen Ländern
Tonnen an Schmuggelware sichergestellt worden, schreiben die Forscher in
"Science". Ein Großteil dieses Elfenbeins stammte aus Tansania, wie DNA-Analysen
ergaben. Allein 2009 habe Tansania 14 Tonnen Elefanten-Stoßzähne illegal in
asiatische Länder verkauft.
Zahlen nicht offengelegt
Tansania und Sambia machen keine transparenten Angaben über die Anzahl ihrer
Elefanten und deren jagdbedingte Sterberaten, schreiben Wasser und seine
Kollegen. Um jedoch zum eingeschränkten Verkauf von Elfenbein zugelassen zu
werden, müssen die Länder belegen, dass ihr Elefantenbestand gesichert ist und
der Elfenbein-Handel ihm nicht schadet. Außerdem sind Japan und China nach
Ansicht der US-Forscher keine geeigneten Handelspartner, da sie zu den größten
Konsumenten illegalen Elfenbeins gehörten.
In den vergangenen dreißig Jahren habe sich die Anzahl der Elefanten in
Afrika um rund 35 Prozent reduziert. Heute leben dort nach wissenschaftlichen
Schätzungen weniger als 500.000 Tiere. "Mehr als acht Prozent der
Elefantenpopulation wird jährlich gewildert", sagt Wasser. Das bringe das
Ökosystem und das Klima aus dem Gleichgewicht und begünstige die Verbreitung von
Krankheiten. Der weit verbreitete
illegale Handel mache es schwierig, das Stillstandsabkommen zum Elfenbeinhandel
einzuhalten.
Schon bei der letzten Artenschutzkonferenz 2007 in Den Haag war das bis dahin
geltende totale Verkaufsverbot von Elfenbein gelockert worden. Südafrika,
Namibia, Botswana und Simbabwe durften ihre Elfenbeinvorräte verkaufen, die sie
bis zum 31. Jänner 2007 angesammelt hatten. (APA)