Zum ersten Mal seit 1994 steht mit Carlos Slim kein US-Bürger an der Spitze der Liste mit den reichsten Menschen der Welt
New York/Wien - Der mexikanische Telekom-Magnat Carlos Slim ist dem Magazin "Forbes" zufolge der reichste Mensch der Welt. Mit einem geschätzten Vermögen von 53,5 Mrd. Dollar (39,3 Euro) verwies Slim Microsoft-Gründer Bill Gates (53 Mrd. Dollar) auf Platz zwei der Rangliste der Superreichen. Auf Rang drei folgt Großinvestor Warren Buffett (47 Mrd. Dollar). Unter den weltweit 1.011 Dollar-Milliardären sind auch vier Österreicher - zu Karl Wlaschek (Rang 189, 4,4 Mrd. Dollar), Dietrich Mateschitz (208., 4,1 Mrd. Dollar) und Heidi Horten (307., 3,1 Mrd. Dollar) stieß 2009 auch der in Hongkong lebende Reeder Helmut Sohmen (721., 1,4 Mrd. Dollar).
Zahl der Reichen Superreichen steigt
Weltweit stieg die Zahl der Dollar-Milliardäre auf 1.011 und erreichte damit schon fast wieder den Stand von 2008, nachdem sie im vergangenen Jahr um rund ein Drittel eingebrochen war. Nach Ansicht von "Forbes"-Chef Steve Forbes spiegelt die diesjährige Liste die konjunkturelle Erholung wieder. Tatsächlich dürften aber viele Superreiche vor allem durch die Dollar-Abwertung den Status "Milliardär" erlangt haben: So hat der Euro gegenüber dem Dollar im Jahresabstand um 7 Prozent an Wert gewonnen, und der Mexikaner Slim konnte sein Dollar-Vermögen alleine durch die Aufwertung des Peso fast um ein Viertel steigern. Dazu kommt, dass sich angesichts der starken Schwankungen bei den Aktien- und Umrechnungskursen jedes Ranking nur eine Momentaufnahme darstellt, die schon innerhalb weniger Wochen ganz anders aussehen kann.
In der asiatisch-pazifischen Region stieg die Zahl der Milliardäre um 80 Prozent auf 234. Erstmals sind in China die meisten Milliardäre außerhalb der USA zu finden. In Europa gibt es 248 Milliardäre, die zusammen über ein Vermögen von einer Billion Dollar verfügen. Der reichste Mann Europas ist mit einem Vermögen von 27,5 Milliarden Dollar Bernard Arnault, Chef des Luxusgüterkonzerns LVMH. Der weltweit jüngste Milliardär ist Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der mit seinen 25 Jahren bereits 4 Milliarden Dollar besitzt.
Obwohl Microsoft-Gründer Gates und Starinvestor Buffett die anderen Superreichen bereits deutlich abgehängt haben, hätten sie "Forbes" zufolge ohne ihr umfangreiches karitatives Engagement noch ein wesentlich größeres Vermögen angehäuft: Demnach würde Buffett über mindestens 55 Milliarden Dollar verfügen, Gates könnte mehr als 80 Milliarden Dollar sein Eigen nennen.
Österreichische Dollar-Milliardäre
Die Liste der österreichischen Dollar-Milliardäre wird nach wie vor vom heute 92-jährigen Billa-Gründer Karl Wlaschek angeführt (Nr. 189 im Ranking), dessen Vermögen von den "Forbes"-Redakteuren auf 4,4 Mrd. Dollar geschätzt wird. Wlaschek hatte die Billa-Kette 1996 an die deutsche Rewe-Gruppe verkauft und sein Vermögen seither vor allem in Immobilien angelegt. Ein Selfmade-Milliardär ist auch der Red-Bull-Erfinder Dietrich Mateschitz (Nr. 208), dem ein Vermögen von 4,1 Mrd. Dollar zugeschrieben wird.
Geerbt ist das 3,1 Mrd. Dollar schwere Vermögen von Heidi Horten (Nr. 307), die das Glück und Geschick hatte, 1959 im Alter von 19 Jahren den etwa 30 Jahr älteren deutschen Kaufhaus-Unternehmer Helmut Horten kennenzulernen und einige Jahre später zu heiraten. Als vierter Österreicher hat es Helmut Sohmen (Nr. 721, 1,4 Mrd. Dollar) neu in die Milliardärsliste geschafft. Der Reeder ließ sich bereits vor vier Jahrzehnten in Hongkong nieder und heiratete dort die Tochter des Tycoons Yue-Kong Pao. (APA/Reuters)