Derzeit ranghöchster Anführer der Untergrundorganisation - Gogeaskoetxea Arronategi flüchtete nach Anschlag auf Juan Carlos
Sonntagfrüh wurden in der Normandie drei mutmaßliche Mitglieder der baskischen Separatistenorganisation Eta verhaftet. Gogeaskoetxea Arronategi, der 1997 nach einem gescheiterten Anschlag auf Spaniens König Juan Carlos nach Frankreich flüchtete, soll der Chef des Eta-Militärapparates sein. Den beiden Begleiter von Gogeaskoetxea werden zwei Morde zur Last gelegt.
Die Verhaftungen sind der einstweilige Höhepunkt einer Serie von Fahndungserfolgen in den vergangenen Wochen. Anfang Februar stieß die Polizei nach mehreren Verhaftungen auf ein Sprengstoffarsenal in Portugal. Man geht davon aus, dass die Eta in Portugal einen logistischen Stützpunkt einrichten wollte, nachdem sie in Frankreich immer mehr unter Druck geriet. Vor zwei Wochen wurden in Spanien zwei weitere Etarras verhaftet.
Unter den rund 600 Eta-Gefangenen macht sich immer mehr Kritik an der Führung der Organisation breit. Seit die Eta 2007 wieder zu den Waffen zurückkehrte, hebt die Polizei ein Kommando nach dem anderen aus. Im Jänner dieses Jahres verließen sechs bekannte Eta-Gefangene die Organisation. Auch an den Haftprotesten der Eta nimmt laut der Gefängnisbehörde jeder vierte Gefangene nicht teil. Noch nie sei die Disziplin unter den Gefangenen so schlecht gewesen. (Reiner Wandler aus Madrid/DER STANDARD, Printausgabe, 1.3.2010)