Safer Internet Day

Erst denken, dann posten

Karin Tzschentke, 9. Februar 2010, 09:07

Im Umgang mit Online-Medien zeigen sich viele Jugendliche recht unbedacht

Die 15-jährige Anna kann in Facebook 458 "Freunde" aufweisen, Alexander (17) immerhin 211. Mit einem Klick können sie ihnen allen mitteilen, was für coole Erlebnisse sie am Wochenende hatten. Haben sie auf der sozialen Freundes-Plattform keine spezifischen Einstellungen gemacht, welche Personengruppe auf ihre Einträge zugreifen darf, können die ganze Facebook-Gemeinschaft und andere Webnutzer mitlesen.

Europaweiter Safer Internet Day

"Österreichs Jugendliche sind bei der Preisgabe privater Daten im Internet bzw. in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter teilweise sehr naiv", stellt Bernhard Jungwirth, Koordinator von saferinternet.at, anlässlich des europaweiten Safer-Internet-Tages am 9. Februar, fest. Das heurigeMotto: Erst denken, dann posten.

Laut einer Studie des Instituts für Jugendkulturforschung sind 68 Prozent von 402 Befragten im Alter zwischen elf und 19 Jahren mindestens einmal auf der Online-Community ihrer Wahl aktiv, bevorzugt auf Facebook, Netlog, Myspace. Nur 14 Prozent von ihnen gaben an, sich mit Sicherheitseinstellungen zum Schutz der Privatsphäre auszukennen. Gleichzeitig erlauben 35 Prozent der jungen Surfer, allen Mitgliedern des jeweiligen Freundesnetzwerks, ihr Profil einzusehen.

Aus negativen Erfahrungen lernen

Doch - wie im richtigen Leben - lernen Jugendliche vermutlich auch im virtuellen Raum aus negativen Erfahrungen. Jeder Dritte wurde schon von "Freunden" beschimpft, blöd angemacht oder musste erleben, dass Unwahrheiten über ihn verbreitet wurden. Jeder Fünfte hat bereits einmal Fotos von sich im Web gefunden, die ihm unangenehm waren. Wem solches widerfahren, wird in der Regel vorsichtiger.

"Das Internet vergisst nicht", macht Gerhard Göschl, Sicherheitsexperte von Microsoft Österreich einmal mehr auf die Langzeitwirkung im Web aufmerksam. Gar manche Karriere soll schon durch unbedachte Postings im Internet durch googelnde Personalchefs ausgebremst worden sein.

Neuer Unterrichtsgegenstand

Damit möglichst rasch alle jungen Menschen netzwerkfit werden, sollte "Schutz der Privatsphäre" auch Unterrichtsgegenstand werden, fordert die Saferinternet-Initiative. SPÖ-Konsumentenschutzsprecher und Datenschutzratvorsitzender Johann Maier wiederum pocht auf das Recht der Verbraucher, personenbezogene Daten auf Wunsch wieder löschen zu können. (kat)

 

SirSamuelMumm
00
10.2.2010, 18:40
Sind das ...

... nicht die Typen die meinen dass Deep-Packet-Inspection super ist, dass die Internetzensur in China in Ordnung ist und dass es Sendezeiten für Webseiten geben soll: http://www.netzpolitik.org/2010/inte... ernet-day/

Lisa Müller5
 
00
10.2.2010, 14:42
Privatsphäre? das gibt es noch?

Heutzutage gibt wirklich fast jeder alles preis. Das finde ich gerade für Minderjährige sehr riskant. Ich selbst bin bei www.goolive.de angemeldet und kann dort einstellen was ich über mich preis geben will. Viele Kinder und Jugendliche sollten solche Einstellung vornehmen!

TaJana Kah
00
eigenartig!

versuche nun schon zum wiederholten male, diesen artikel auf facebook weiterzusagen....
und andauernd ist laut f. "etwas schiefgegangen"..hmmm

Drum säg i.....
00
Wieso Jugendliche und FB?

Man braucht nur hier in das Forum zu schauen! ;)

Bernd Senf for Wirtschaftsminister
04

Noch ist es ja recht leer hier, da haben sich wohl einige die Überschrift zu Herzen genommen. *scnr*

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