"System Grasser"

Grüne: "Geld in die Taschen von Privaten"

4. Februar 2010, 14:03
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    foto: apa

    Das "System Grasser" im Fokus: Die Grünen werfen dem Ex-Finanzminister Freunderwirtschaft zum Schaden der Republik vor.

Gabriela Moser von den Grünen wirft Ex-Finanzminister Grasser die Plünderung des Staates vor - Grassers Anwalt kündigt rechtliche Schritte an

Wien - Das "System Grasser" rund um die Immobilien-Geschäfte des Bundes beschäftigt schon seit einiger Zeit Medien und Gesellschaft, mittlerweile aber auch die Staatsanwaltschaft. Die Grünen nahmen das am Donnerstag zum Anlass, weitere Details zu veröffentlichten und prangerten das "Geflecht von Spezis, Freunderln und privaten Profiteuren der blauen Immobilienpolitik" einmal mehr an.

Besonders fragwürdig ist für die Grüne Bautensprecherin Gabriela Moser die Rolle des Wiener Immobilienmaklers Ernst Karl Plech. Er gehörte zu Grassers Freundeskreis und saß in mehreren wichtigen Funktionen, darunter war er Buwog-Aufsichtsrat und Vize-Aufsichtsratschef der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG). Derzeit ermittelt auch die Staatanwaltschaft wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung und Untreue gegen Plech, für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Was Moser besonders stört, ist der Umstand, dass Plech quasi ein Konkurrent für die BIG gewesen sei: "Im Vorstand der Voest sitzt sicher kein Herr Thyssen", verweist sie auf die Unvereinbarkeit von Plechs Positionen. Moser wirft dem "System Grasser" vor, dass durch das "Immo-Management des damaligen Finanzministers die öffentliche Hand zur Ader gelassen, und Geld in die Taschen von Privaten gewirtschaftet" wurde. Grasser-Anwalt Manfred Ainedter wies auf Anfrage alle Vorwürfe zurück und kündigte rechtliche Schritte gegen die Grüne Abgeordnete an. Darauf reagierte Moser am Donnerstag Nachmittag gelassen, es sein "ein plumper politischer Einschüchterungsversuch". Abzuwarten sei außerdem, ob die Klage überhaupt einbracht werde, ätzte Moser.

Schlechtes Geschäft für den Bund

Mit dem Verkauf aller Bundesimmobilien, außer den historischen Gebäuden, an die ausgegliederte Bundesimmobiliengesellschaft im Jahr 2001 wurden laut Moser 2,4 Milliarden Euro eingenommen. Sinn des Ganzen wäre gewesen, dass sich Bundesinstitutionen günstiger einmieten könnten. Sogar der Rechnungshof begrüßte seinerzeit dieses Vorgehen. Ganz so ein gutes Geschäft für den Bund wurde es dann aber doch nicht. Ganz im Gegenteil habe die Republik dadurch einen Millionenschaden eingefahren, wie Moser anhand mehrerer Beispiele veranschaulicht:

  • Die Wiener Gerichte, beispielsweise, mieteten sich im Justiztower ein, der im Besitz der Immofinanz stand. Vermittelt wurde das Geschäft von Ernst Karl Plech. Der BIG entfielen dadurch nicht nur Mieteinnahmen für das Gebäude in der Riemergasse in Höhe von 3,6 Millionen Euro jährlich, auch stand die Immobilien jahrelang leer.
  • Das Patentamt, vormals in der Wiener Innenstadt am Kohlmarkt beheimatet, mietete sich über private Vermieter in der Dresdner Straße ein. Zuvor wurde die Immobilie am Kohlmarkt, laut der Grünen-Bautensprecherin im Wert von cirka zehn Millionen Euro, verkauft. Für die Miete im 20. Bezirk zahle das Patentamt nun 1,5 Millionen Euro jährlich. Billiger als im eigenen Gebäude sei das wohl kaum.
  • Ungereimtheiten ortet Moser auch bei der Fremdeinmietung der Finanzdienststellen im Terminal-Tower Linz - ohne Ausschreibung. Seit zwei Jahren stehen deswegen mehrere Gebäude leer und warten auf eine Neuverwendung oder einen Verkauf.

Moser verwies erneut auf Aussagen des Ex-Rechnungshofpräsidenten Franz Fiedler, laut dem Grasser während seiner Amtszeit als Finanzminister an die Grenzen des Legalen" gegangen sei, vielleicht sogar darüber hinaus. Mit einer parlamentarischen Anfrage und der Einschaltung des Rechnungshofes wollen die Grünen nun mehr Licht in die Causa bringen. Vom Büro des derzeitigen Finanzministers Pröll sei laut Moser bisher nur wenig zu erfahren gewesen. Mosers Forderungen: Finanzminsiter Pröll und Wirtschaftsminister Mitterlehner (beide ÖVP) sollen "das System Grasser endlich beenden." (rom, derStandard.at, 4.2.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 272
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warp.faktor
00
18.4.2010, 07:47
Freier Markt = Förderung von Korruption.

Am Besten hat das Wolfgang Flöttl im Bawag Prozess zusammengefasst:

"Es ist nicht verboten Verluste zu machen"

Wolfgang Flöttl ist heute ein reicher, freier Mann!

takayama
00
21.4.2010, 07:31
Flöttl jun.

Und sein Dank dafür geht zu 100% an die Frau BMJ Bandion-Ortner.

Die auch den Verzetnitsch auf Auftrag von oben ganz herausgehalten hat.
Fürsorglichst.

Alles mit Duldung von Schüssel


Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. Super, was für eine "Null" (gemeint natürlich Nulldefizit) uns die ÖVP beschert hat. Diese staatstragende Partei hat ganz im Schüssel'schen Sinn das Aussitzen zur neuen politischen Kultur gemacht - in der Rücktritte nicht mehr nötig sind und keinen Platz haben.

Vielleicht sollte man das ganze irgendwie Wienerisch betrachten?
Etwa so:

http://www.youtube.com/watch?v=95Y-ezDYs7A

Christoph & Lollo singen "Karl-Heinz" (Grasser)

Kurzes Couplet der Wiener Heurigenmusik-Amateure Christoph & Lollo aus dem Oktober 2009: Ein Tschecherant räsoniert über höhere Gerechtigkeit in der österreichischen Justiz.

kleiner mann1
00
18.2.2010, 17:53
Das versteh ich nicht

warum hauen alle auf den Grasser, es ist doch keiner besser. Oder glaubt irgendwer es hätten nicht alle von den Vorgängen profitiert. Leider werden wir es nie erfahren. Der ganze Sa.haufen gehört zugeschi..ssen

franz s.
02
17.2.2010, 18:52
Endlich hat es einen Namen: Grasser

so nennt man das erfolgreiche Verar***en unseres Rechtsstaats!

persönliche Steuerfreiheit,
Freunde, die zufällig durch seine Geschäfe immer reicher werden (dafür der Staat immer ärmer)

Bankendeals, bei denen die Mafia noch was lernen könnte!

aber das Schlimmste: einen fürchterlichen Frisör!

also dann ...
09
YES - just do it, GRÜNE ! der n u l l...minister

hat weder ein nulldefizit geschafft (2004 : - 4,4 %)
noch war er der "beste fin.minister der eu"...
siehe :
http://www.youtube.com/watch?v=CWjy_oWEte4

ja ...es wird höchste zeit,
dieser "spätpubertären buberlpartie" ...
von meischi + pelch + k h g usw.
das handwerk zu legen und sie anzuklagen.

die o.a. beispiele eignen sich sehr gut dazu
(man braucht nur ein paar schlüsselinfos von immo-bewertern einholen...)

die drohung von k h g mit seinem "promi-anwalt"
kann man locker als amüsantes randgeräusch...
(so wie immer) betrachten.

da die spö in dieser hinsicht völlig von der rolle...ist,
wirds zeit, handlungen zu setzen.

danke, GRÜNE !

Simon Peters
010

von homepage bis hypo, von meinl bis buowg etc. der mann muss in der justiz wirklich gut vernetzt sein, dass bei all den sauereien nie was picken bleibt. warum sollte also in gottes namen jetzt was passieren? im gegenteil, mir tut die moser jetzt schon leid, weil bei der anzeige wegen verleumdung wir die StA sicher deutlich schneller und ambitionierter reagieren.

Einseifer
70
Natütlich ist Sudel im Rosaforum angesagt.

Redlichkeit fehlt aber auch allerorten.

Wir machen uns selber kaputt, weil wir Grokonelle abkassieren lassen, anstatt für saubere Voraussetzungen eintreten.

Erst der Wechsel im Herrschaftsbereich macht Herrscher ängstlich und fügsam.

Merkt euch das endlich.

Chrifa
012
Etwas,

das mir gehört, zu verkaufen, um mich dann beim neuen Eigentümer einzumieten, kann ja wohl nur das dümmste sein, das es auf Erden gibt!

Darin kann ich - beim besten Willen - keinen wirtschaftlichen Vorteil erkennen.

Lapislazuli
00
Sale and lease back.

Hat schon Sinn, informieren Sie sich. Aber natürlich nicht so, wie es hier vorexerziert wurde ...

Blanca Hohn
00
geh...

...steckt's den doch bitte zu dem Mensdorf dazu. oder von mir aus mit einer gemeinsamen fußfessel.

jeff5
10
ich finde, dass der karl-heinz-stil nicht die echte bürgerliche politik ist.

ein echter christlicher bürger muß doch auch andere ziele haben, als permanenten reichtumausbau und versorgen von spezis.

heute wird nur das telefon zum spendensammeln vor der kamera abgehoben und die neue cd werbewirksam präsentiert.
selbst etwas herzugeben...

marksu
07
„mehr privat, weniger staat war“, war doch auch die parole der schüssel-grasser regierung

ich bin ebenfalls der meinung das grasser und die ganze rechte parteien- und freunderlgruppe, den staat systematisch plündern.

egal ob bei immobilien oder anderen privatisierungen. die haben beim staat nichts andres gemacht, als hedge fonds bei firmen.

übernehmen, das beste in die eigene tasche und den rest den bach runter

Der Konterspieler
 
06
verhaften

grasser endlich verhaften
und 10 jahre unbedingt
zur abschreckung

TheLaw
08
Kein Tag mehr indem der Grasser nicht wieder irgendwo irdendwie wo schon wieder verwickelt ist. Fürchterlich. Was für ein Leben hat den "DER" bisher geführt. Der ist ja öfter beim Staatsanwalt als am Arbeitsplatz!

The Tiger-Wuzz
02
Jetzt?

Bei vielen Dingen ist es so, daß ich mich nurmehr erinnern kann, daß ich auf das Privatisieren der Gewinne und verstaatlichen der Verluste hingewiesen habe. Wo waren damals die Untersuchungsausschüsse?
Jetzt, wo ich mir die Details erst wieder zusammensuchen müßte, kommen die Grünen drauf?

hans wurst
 
05
Für Grasser

galt immer schon die Unfähigkeitsvermutung.

Nur hat sich diese in den letzten Jahren mehr und mehr bestätigt.

Jo H
05

schneid´s eam endlich a glatzn.

jeff5
06
grasser ist ja mit seiner art geld zu verdienen sicher ein vorbild für manchen....

darum gibt es auch in österreich einen mangel an vorbildern. da müssen ja schifahrer und moderatoren herhalten, weil die politik verludert ist.

Toni Meister
01
Hoffnungsvoll

Moderatoren und Spitzenschifahrer bunkern nicht ihr Geld am Fiskus vorbei in Steueroasen ?. Alle sicher nicht, aber.....

jeff5
00
das war nur eine tatsachenfeststellung.

ich finde es beschämend, dass lugners, fionas und dergleichen permanent überall in den medien auftauchen.
selbst wenn du es vermeiden willst, sogar gehobene zeitungen schreiben über diese b. und man deren anblick ertragen.
ich habe extra meine abos (profil etc.) beendet, weil zuviel trash drinnen ist.

natoll
00

naja, aber die sind im fernsehen, eine hübsche uhr läuft mit und man sieht klar wer gewinnt.

wenn jemand ein unternehmen gründet und sagen wir, 100 arbeitsplätze schafft, ist das gelinde gesagt jedem egal. besser noch: das ist dann der böse ausbeuter. wirtschaftliche leistungen zählen hierzulande nichts. sportliche schon. und das wird sich nie ändern. egal wer wieviel geld an der steuer vorbeischiebt.



jeff5
01
dieser unternehmer/in ist ein held.

weil die politik keine arbeitsplätze schafft.

aber leider zählt nur der kurzfristige investgewinn.

so alte fabrikanten, die auch ihre mitarbeiter/innen gut behandelt haben, findet man nicht mehr.
hats aber früher auch nicht zuviele gegeben.

psypot
01
Welche wirtschaftlichen Leistungen hat denn der KHG erbracht?

... beinahe hätte ich geschrieben "erbrochen".

masterjo
00

sofort alle daten der anzeige veröffentlichen. kann man sich bei gegenklage als privatbeteiligter steuerzahler anschließen?
primitiv und evtl rechtlich ein schwachsinn aber so fühl ich mich grad

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