Der Schlepper "Pathfinder" hängt auf einem Riff im Prinz-William-Sund fest, wo 1989 der Öltanker "Exxon Valdez" 50.000 Tonnen Öl verlor und eine Umweltkatastrophe auslöste
Los Angeles - Zwei Jahrzehnte nach der Ölpest der "Exxon Valdez" an
der Südküste Alaskas hat sich an derselben Stelle erneut ein Schiffsunglück
ereignet. Nach Angaben der US-Küstenwache vom Freitag lief der Schlepper
"Pathfinder" am Mittwoch im Prinz-William-Sund auf das Bligh Riff auf und verlor
anschließend eine größere Menge Kraftstoff. Insgesamt hatte der Schlepper
127.000 Liter Diesel in seinen Tanks. Wieviel genau auslief, stand zunächst
nicht fest. Die Arbeiten zum Abpumpen des verleibenden Kraftstoffs sollten am
Freitag abgeschlossen werden.
Im Sund war nach Angaben der Küstenwache auf einer Fläche von fünf Kilometern
Länge und 30 Metern Breite ein Ölfilm zu erkennen. Ein Sprecher des
Schiffseigners Crowley Maritime Service sagte, er könne es nicht fassen, wie die
Besatzung des "Pathfinder" das Bligh Riff habe rammen können - "das vielleicht
berühmteste Navigationshindernis der Welt". Nach Informationen der Zeitung
"Anchorage Daily News" wurde die Besatzung einem Alkoholtest unterzogen, dessen
Ergebnis sie jedoch entlastete.
Am 24. März 1989 war der Öltanker "Exxon Valdez" auf das Bligh Riff
aufgelaufen, was die schlimmste Ölpest in der Geschichte der Vereinigten Staaten
zur Folge hatte. Rund 50.000 Tonnen Öl verseuchten damals die Küste im Süden
Alaskas auf einer Länge von fast 2000 Kilometern. (APA)