
12.11.2009 14:32
Studienabbrecher scheitern am "System Universität"
IHS untersuchte die frühen Studienabbrecher eines Anfänger- Jahrgangs - 18 Prozent hatten nie Studienabschluss angestrebt
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Wien - Von den rund 30.000 Personen, die im Studienjahr 2006/07 ein Studium an einer österreichischen Universität begonnen haben, hat in den ersten drei Semestern jeder fünfte (19,4 Prozent) seine Uni-Karriere gänzlich abgebrochen. Die meisten dieser frühen Drop-Outs (19 Prozent) scheiterten am "System Universität", etwa überfüllten Hörsälen, der Atmosphäre und Behandlung an der Uni oder dem Aufbau des Studiums. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) im Auftrag des Wissenschaftsministeriums hervor, in der die Studienabbrecher der Anfänger des Jahres 2006/07 telefonisch befragt wurden.
Finanzielle Gründe für acht Prozent ausschlaggebend
18 Prozent der Studienabbrecher gaben an, nie einen Studienabschluss an der gewählten Uni angestrebt zu haben. Bei 13 Prozent waren persönliche und familiäre Gründe ausschlaggebend. Elf Prozent brachen wegen "Schwierigkeiten mit dem Fach" - etwa Überforderung, fehlendes Interesse, Drop-Out-Prüfungen - ab, ebenso viele, weil sie Studium und Beruf nicht vereinbaren konnten. Acht Prozent führten den Wechsel in eine andere Ausbildung als Ursache für den Abbruch an, bei weiteren acht Prozent waren finanzielle Gründe ausschlaggebend. Fünf Prozent gaben "mangelnde Berufschancen" bzw. ein "anderes Berufsbild" an. Die restlichen sieben Prozent wurden zu "sonstige Abbruchursachen" zusammengefasst.
Als Maßnahmen gegen den Studienabbruch werden vom IHS u.a. verstärkte Information und Beratung vor und während des Studiums empfohlen. So hätten sich nach Meinung des Wissenschaftsministeriums jene insgesamt 26 Prozent der Studienabbrecher, die nie einen Abschluss bzw. eine andere Ausbildung angestrebt haben, durch eine umfassendere Information vor dem Studium den Abbruch möglicherweise erspart.
Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) will jedenfalls die im Vorjahr als Pilotprojekt an 41 Schulen in Innsbruck, Salzburg und Wien gestartete Schülerberatung "Studienchecker" bis 2014 schrittweise auf alle Bundesländer ausweiten. (APA)
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