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08.11.2009 18:21

Dritter Vorbeiflug an Merkur liefert neue Bilder
Zu den von MESSENGER fotografierten Geländeformationen zählt auch ein eine Milliarde Jahre altes Becken, das durch einen Einschlag entstand - 1 Foto

Washington - Zum dritten Mal ist die NASA-Sonde MESSENGER ("Mercury Surface, Space Environment, Geochemistry and Ranging") am 29. September am Merkur vorbeigeflogen. Es war dies das letzte Manöver dieser Art und notwendiges Schwungholen, um 2011 schließlich in einen Orbit um den innersten Planeten unseres Sonnensystems eintreten zu können. Für den Moment interessanter sind jedoch die Bilder, die beim aktuellen Flyby gemacht und nun veröffentlicht wurden. Beinahe die gesamte Merkur-Oberfläche (insgesamt 98 Prozent) gilt nun als erfasst, einige neue Merkmale konnten ebenfalls entdeckt werden. Nur auf Bilder von den Polarregionen wird man noch warten müssen, bis MESSENGER seine Orbitalposition eingenommen hat.

Einschlagskrater ...

Zu den nun fotografierten Geländeformationen zählt unter anderem eine helle Region, die eine irregulär geformte Senke umgibt - Wissenschafter vermuten, dass es sich um das Ergebnis einstiger vulkanischer Aktivität handeln könnte. Spektakulär ein 270 Kilometer durchmessendes Becken mit zweifacher Ringstruktur, das durch den Einschlag eines Himmelskörpers entstanden ist. Es ähnelt dem Raditladi-Becken, das beim ersten Vorbeiflug von MESSENGER Anfang 2008 entdeckt worden war - auch was das Alter anbelangt: etwa eine Milliarde Jahre. Brett Denevi vom MESSENGER-Team weist auf den guten Erhaltungszustand des Beckens hin: "Solch ein Alter ist für ein Einschlag-Becken ziemlich jung, denn die meisten sind etwa viermal älter. Sein innerer Boden ist noch jünger als das Becken selbst und unterscheidet sich farblich von seiner Umgebung. Wir haben möglicherweise das jüngste vulkanische Material auf dem Merkur gefunden."

Einige Annahmen über die Oberfläche des Merkur müssen durch das neue Datenmaterial revidiert werden. So war man durch frühere Beobachtungen davon ausgegangen, dass wegen der geringen Eisenkonzentration im Silikatgestein die Kruste des Merkur generell wenig Eisen enthält. Beim aktuellen Vorbeiflug konnte aber festgestellt werden, dass Eisen und Titan in deutlich höherer Konzentration enthalten sind als vermutet - vergleichbar mit der in den "Meeren" des Erdmonds.

... und "Jahreszeiten"

Und auch über so etwas Ähnliches wie jahreszeitliche Schwankungen in der dünnen Atmosphäre des Merkur konnten Erkenntnisse gewonnen werden. Diese weist, abhängig vom jeweiligen Abstand zur Sonne, Veränderungen auf: Sowohl Sonneneinstrahlung als auch Einschläge von Meteoriten lösen Atome aus der planetaren Oberfläche. Die meisten sinken wieder zurück, doch ein Teil kann den Merkur verlassen und wird durch den Strahlungsdruck aus Richtung der Sonne davongetragen. Die ersten Vorbeiflüge hatten jeweils einen markanten "Natrium-Schweif" gezeigt - diesmal war er nur ein Zehntel bis Zwanzigstel so groß wie davor, wie Ron Vervack vom Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University berichtet. "Dieser Unterschied zeigt, warum die Exosphäre des Merkur zu den dynamischsten im Sonnensystem zählt, sagt Vervack. Kalzium und Magnesium zeigen ebenfalls jahreszeitliche Schwankungen - doch andere als Natrium. Ist die Sonde erst einmal in ihren Orbit eingeschwenkt, wird eine genauere Analyse der Vorgänge in der Merkuratmosphäre möglich.

"Die neuen Bilder erinnern uns daran, dass der Merkur weiterhin Überraschungen bereithält, fasst Forschungsleiter Sean Salomon die aktuellen Daten zusammen. (red)

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Mission MESSENGER

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