Grüner EU-Abgeordneter kontaktierte SPE, um Barrosos Wiederwahl zu verhindern
Paris - Nach ihrem Wahlerfolg in Frankreich versuchen die Grünen
mit den Sozialdemokraten im EU-Parlament eine Mehrheit für eine politische Wende
zusammenzubringen. "Ich habe mit Nyrup Rasmussen, dem Präsidenten der Europäischen
Sozialistischen Partei, gesprochen, um zu versuchen, eine Mehrheit zu bilden",
sagte der Grünen-Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit am Montag im französischen
Rundfunk. Schon jetzt seien die Grünen in einer Schlüsselposition. Cohn-Bendit
will unter anderem eine zweite Amtszeit des konservativen
EU-Kommissionspräsidenten Jose Manuel Barroso verhindern.
Nach vorläufigen Angaben des französischen Innenministeriums hatte
Cohn-Bendit als Spitzenkandidat der Umweltschützer (Europe Ecologie) in
Frankreich 16,28 der Stimmen geholt. Die Grünen zogen damit mit den Sozialisten
gleich, die auf 16,48 Prozent abstürzten. Das Regierungsbündnis von Präsident Sarkozy wurde mit 27,78 Prozent klar stärkste Kraft.
Zweiter großer Verlierer neben den Sozialisten war die Zentrumspartei MoDem
von Francois Bayrou, die auf 8,45 Prozent stürzte. Mehr als ein Viertel der
Stimmen entfiel auf diverse links- und rechtsradikale Parteien. PS-Chefin
Martine Aubry lehnte nach dem Wahldebakel einen Rücktritt ab. "Ich werde alle
meine Energie dafür einsetzen, den Weg der vergangenen Monate
weiterzuverfolgen", sagte Aubry.
Präsident Nicolas Sarkozy bereitet nach seinem Wahlerfolg eine
Regierungsumbildung vor. Er muss mindestens zwei Schwergewichte im Kabinett
ersetzen: Justizministerin Rachida Dati und Agrarminister Michel Barnier wurden
in das Europaparlament gewählt. (APA/dpa)